Farben verstehen: Was ist ein Farbraum – und warum ist der RGB-Farbraum für Sensoren entscheidend?

Farben spielen in der Industrie eine zentrale Rolle – ob in der Bildverarbeitung, bei der Qualitätskontrolle oder in der Medientechnik. Damit Farben eindeutig erkannt, gemessen und reproduziert werden können, braucht es ein standardisiertes System: den Farbraum.

Vektordiagramm, das die RGB- und CMYK-Farbmischung zeigt, mit farbiger Darstellung des Farbspektrums und der Mischprinzipien.
Vektordiagramm zur RGB- und CMYK-Farbmischung – farbige Darstellung des Farbspektrums und der Mischprinzipien.

Was ist ein Farbraum?

Ein Farbraum ist ein definiertes Farbkoordinatensystem, das die Darstellung und Beschreibung von Farben ermöglicht.
Er legt fest, welche Farben dargestellt werden können und wie diese Farben mathematisch beschrieben werden.
Jede Farbe wird dabei über Koordinaten definiert, die Eigenschaften wie Farbton, Sättigung und Helligkeit widerspiegeln.

Farbräume schaffen damit die Grundlage, um Farben über verschiedene Geräte und Systeme hinweg konsistent darzustellen – ein entscheidender Faktor für die industrielle Farbkommunikation und Qualitätskontrolle.

RGB und CMYK – die beiden wichtigsten Farbräume

In der Praxis haben sich zwei Farbräume besonders etabliert: RGB und CMYK. Beide Systeme dienen der Farbdarstellung, basieren aber auf unterschiedlichen Prinzipien.

RGB-Farbraum – das Modell für Licht und Sensorik

Illustration des RGB-Farbraums mit den Grundfarben Rot, Grün und Blau zur Darstellung additiver Farbmischung.
Darstellung des RGB-Farbraums

Der RGB-Farbraum setzt sich aus den drei Grundfarben Rot (R), Grün (G) und Blau (B) zusammen. Er basiert auf dem Prinzip der additiven Farbmischung:
Wenn rotes, grünes und blaues Licht kombiniert werden, entsteht daraus eine Vielzahl von Farbtönen – bis hin zu weißem Licht, wenn alle drei Komponenten in gleicher Intensität vorhanden sind. Fehlt Licht in allen drei Kanälen, erscheint Schwarz.

Dieses additive Prinzip macht den RGB-Farbraum besonders geeignet für Sensoren, Kameras und Displays. Farb- oder Bildsensoren erfassen Licht in genau diesen drei Kanälen und erzeugen so ein digitales Farbbild, das reale Farben naturgetreu wiedergibt.

Weißes Licht im RGB-Farbraum

Im RGB-Farbmodell ist weißes Licht das Ergebnis einer gleichmäßigen Mischung aus Rot, Grün und Blau.
Da das Modell auf Licht basiert, führt die Addition aller drei Grundfarben zu einem hellen, weißen Eindruck.
Das Fehlen von Licht – also das Ausbleiben aller drei Kanäle – ergibt wiederum Schwarz.

Dieses Prinzip ist zentral für alle Systeme, die auf optischer Sensorik beruhen.

CMYK-Farbraum – das Modell für den Druck

Illustration des CMYK-Farbraums mit den Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zur subtraktiven Farbmischung.
Der CMYK-Farbraum

Im Gegensatz dazu arbeitet der CMYK-Farbraum nach dem Prinzip der subtraktiven Farbmischung. Hier entstehen Farben durch das Mischen von Cyan (C), Magenta (M), Yellow (Y) und Key (Schwarz, K). Anstatt Licht zu addieren, werden bestimmte Wellenlängen des Lichts absorbiert (subtrahiert).

Dieser Farbraum wird vor allem im Druckwesen eingesetzt – etwa bei Verpackungen, Prospekten oder Etiketten.

Fazit: RGB als Schlüssel zur präzisen Farberfassung

Farbräume sind das Fundament moderner Farbkommunikation.
Während der CMYK-Farbraum für den Druck unverzichtbar ist, bildet der RGB-Farbraum die Basis für digitale Sensorik, Bildverarbeitung und visuelle Messtechnik.

Gerade in industriellen Anwendungen, in denen Farben zuverlässig erkannt und ausgewertet werden müssen, ist das Verständnis des RGB-Farbraums entscheidend.
Er ermöglicht es, Farbinformationen präzise zu erfassen – und bildet damit die Grundlage für qualitätsgesicherte Prozesse, präzise Farbkontrolle und innovative Sensorlösungen.

Autor

Bild von Max Mustermann

Max Mustermann

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